*1911 ; † 2003

Burano Venezia No. 1
1996
Aquarell
30 cm x 40 cm
Ziethlow zeigt Burano als farbenfrohen, vom Wasser geprägten Lebensraum. Die leuchtenden Fassaden, kleinen Boote und ihre Spiegelungen verbinden sich zu einer heiteren, beinahe unbeschwerten Komposition. Mit lockeren Pinselzügen und kräftigen Rot-, Gelb-, Grün- und Blautönen löst sich die Architektur stellenweise in reine Farbe auf. Dadurch entsteht weniger eine topografisch genaue Ansicht als vielmehr eine persönliche Erinnerung an Licht und Atmosphäre der venezianischen Lagune. Das Aquarell vermittelt den Eindruck eines Ortes, dessen besonderer Reiz für den Künstler vor allem in seinem Zusammenspiel von Wasser, Farbe und südlichem Licht lag.

Code D’Azur Biot No. 305
1981
Öl auf Malkarton
40 cm x 50 cm
In kräftigen Farben erhebt sich Biot aus einer üppigen südfranzösischen Landschaft. Häuser, Bäume und Vegetation werden nicht detailgetreu voneinander abgegrenzt, sondern durch intensive Farbflächen und markante Konturen zu einer geschlossenen Komposition verbunden. Besonders die satten Grün-, Blau- und Rottöne verleihen dem Bild eine beinahe expressionistische Wirkung. Die Landschaft erscheint dadurch weniger als nüchterne Ortsansicht denn als gesteigerte Erinnerung an Wärme, Licht und mediterrane Vegetation. Ziethlow verdichtet die sichtbare Wirklichkeit zu einem farbintensiven Erlebnis des Südens.

Garmisch Partenkirchen No.0038
1975
Aquarell
36 cm x 48 cm
Die imposante Bergwelt von Garmisch-Partenkirchen bestimmt dieses Aquarell und bildet einen eindrucksvollen Gegensatz zu den dunklen Tannen und grünen Wiesen im Vordergrund. Vor dem tiefblauen Himmel wirken die hellen Gipfel besonders klar und kraftvoll. Ziethlow verzichtet auf eine kleinteilige Wiedergabe der Landschaft und fasst Berge, Wald und Himmel in großzügigen Farbflächen zusammen. Gerade diese Vereinfachung verstärkt den monumentalen Charakter der alpinen Natur. Das Bild vermittelt zugleich Weite und Ruhe und lässt die Landschaft als ursprünglichen, beinahe zeitlosen Raum erscheinen.

St. Paul No.0273
1969
Mischtechnik
35,5 x 48 cm
Üppige mediterrane Vegetation bestimmt den Vordergrund und öffnet den Blick auf eine erhöht gelegene Ortschaft und das intensive Blau der Ferne. Palmen, Bäume und geschwungene Pflanzenformen verleihen dem Bild einen fast paradiesischen Charakter. Ziethlow setzt die Natur dabei nicht nur als Rahmen für die Architektur ein, sondern macht sie selbst zum beherrschenden Bestandteil der Komposition. Die kräftigen Farben lassen Licht und Wärme unmittelbar spürbar werden. So entsteht weniger eine sachliche Landschaftsansicht als vielmehr das Bild eines idealisierten mediterranen Lebensraums.

Venedig No.0193
1950
Aquarell
39 x 49 cm
Gondeln und Boote beleben das Wasser vor den hellen venezianischen Fassaden und dem markanten Campanile. Architektur und Wasser scheinen durch die lockere Aquarelltechnik beinahe ineinander überzugehen. Ziethlow arbeitet weniger mit festen Konturen als mit fließenden Farbflächen, wodurch die Szene leicht und beweglich wirkt. Besonders die Spiegelungen und transparenten Blau- und Grüntöne vermitteln den Eindruck des für Venedig charakteristischen wechselnden Lichts. Die Stadt erscheint hier nicht als starres architektonisches Ensemble, sondern als lebendiger Organismus aus Wasser, Bewegung und Atmosphäre.

Blick auf die Erphostr. Münster No.1002
1957
Öl auf Papier
58 x 40 cm
In diesem ungewöhnlich intimen Motiv verbindet Ziethlow die Nähe eines Stilllebens mit dem Blick in den umgebenden Stadtraum. Pflanzen, Blumen und Gefäße bestimmen den Vordergrund, während sich dahinter die hellere Umgebung öffnet. Innen und Außen treten dadurch in einen stillen Dialog miteinander. Die gedämpften Grün-, Gelb- und Blautöne sowie die spürbare Struktur des Farbauftrags verleihen dem Werk eine ruhige, persönliche Atmosphäre. Anders als bei vielen seiner Reisebilder scheint Ziethlow hier weniger das Fremde als vielmehr einen vertrauten Augenblick des alltäglichen Sehens festzuhalten.

Venedig No.0226
1959
Aquarell
40 x 50 cm
Eine große Gondel im Vordergrund zieht unmittelbar den Blick auf sich und bildet den Ausgangspunkt dieser lebhaften venezianischen Szene. Dahinter verdichten sich Boote, Masten und Häuser zu einem rhythmischen Geflecht aus Linien und Farben. Ziethlow arbeitet mit schnellen, sicheren Pinselzügen, die weniger einzelne Details als vielmehr Bewegung und Atmosphäre erfassen. Wasser und Architektur verlieren dadurch ihre festen Grenzen und werden Teil eines gemeinsamen farblichen Rhythmus. Venedig erscheint als ständig bewegter Raum, in dem Wasser, Boote und Stadt untrennbar miteinander verbunden sind.

Paris No. 0247
1955
Aquarell
48 x 36 cm
Eine schmale Straße führt den Blick durch das lebendige Montmartre hinauf zur markanten Silhouette von Sacré-Cœur. Ziethlow erfasst Häuser, Bäume und Passanten mit einer lockeren, beinahe skizzenhaften Linienführung. Gerade diese Reduktion verleiht der Szene ihre unmittelbare Wirkung: Paris erscheint nicht monumental, sondern als bewohnte und alltägliche Stadt. Die zurückhaltende Farbigkeit wird von einzelnen kräftigeren Akzenten belebt und unterstützt die flüchtige Atmosphäre des Motivs. Das Aquarell wirkt wie eine persönliche Momentaufnahme eines Spaziergangs durch die Straßen der französischen Hauptstadt.

Straßburg No. 1007
1985
Zeichnung
24 x 31,8 cm
Mit wenigen, entschiedenen Linien verdichtet Ziethlow die Straßburger Stadtlandschaft zu einer spontanen zeichnerischen Impression. Türme, Dächer und architektonische Formen werden angedeutet, ohne in einer detailgenauen Wiedergabe zu erstarren. Gerade das Unvollständige und Skizzenhafte vermittelt den Eindruck einer unmittelbar vor Ort entstandenen Beobachtung. Einzelne Akzente beleben die Komposition und lenken den Blick durch das Geflecht der Linien. Die Stadt wird dadurch weniger dokumentiert als vielmehr in ihrer charakteristischen Silhouette und ihrem Rhythmus festgehalten.

Rom, Forum Romanum No. 1017
1957
Mischtechnik
49 x 61,5 cm
Die antiken Säulen und Architekturfragmente des Forum Romanum bilden das Zentrum dieser farbintensiven Interpretation Roms. Ziethlow interessiert sich dabei weniger für eine archäologisch genaue Darstellung als für das Zusammenspiel von historischen Formen, Licht und Farbe. Kräftige Blau-, Gelb-, Rot- und Grüntöne lösen die Ruinen aus ihrer steinernen Schwere und verleihen ihnen eine überraschende Lebendigkeit. Vergangenheit und Gegenwart scheinen sich innerhalb der Komposition miteinander zu verbinden. Das Forum erscheint nicht nur als historischer Ort, sondern als Landschaft, deren Formen auch Jahrhunderte später noch eine unmittelbare visuelle Wirkung entfalten.

Rom No. 0030
1935
Mischtechnik auf Papier
50 cm x 40 cm
Dieses frühe Werk Ziethlows zeigt eine ruhige römische Straßenszene mit Turm, Palmen und hellen, vom südlichen Licht bestimmten Fassaden. Im Vergleich zu seinen späteren Arbeiten ist die Farbigkeit zurückhaltender und die Komposition stärker von klar erkennbaren Formen geprägt. Dennoch zeigt sich bereits sein Interesse an der besonderen Atmosphäre südlicher Städte. Die Architektur dient nicht als monumentale Kulisse, sondern wird Teil einer stillen Alltagsszene. Gerade diese Zurückhaltung verleiht dem Bild den Charakter einer persönlichen Reiseerinnerung.

Stillleben No. 1016
1943
Mischtechnik auf Leinwand
65 x 87 cm
Blumen, Früchte und Gefäße sind zu einem klassischen Stillleben arrangiert und treten wirkungsvoll vor dem dunkleren Hintergrund hervor. Besonders die kräftigen Rot- und Grüntöne geben der Komposition Wärme und farbliche Spannung. Ziethlow konzentriert sich weniger auf eine illusionistische Wiedergabe der einzelnen Gegenstände als auf ihr Verhältnis von Form, Farbe und Fläche. Die Gegenstände scheinen dadurch aus ihrer alltäglichen Funktion herausgelöst und zu eigenständigen bildnerischen Elementen zu werden. Trotz der traditionellen Motivwahl besitzt das Werk eine expressive Lebendigkeit, die bereits auf Ziethlows ausgeprägtes Interesse an der Wirkung von Farbe verweist.

Eze No. 329
1967
Aquarell
48 cm x 36 cm
Das hoch gelegene Èze erscheint eingebettet in eine üppige mediterrane Landschaft aus Bäumen, Sträuchern und intensivem Grün. Die hellen Häuser und warmen Dächer setzen sich wirkungsvoll von den kräftigen Blau- und Grüntönen der Umgebung ab. Ziethlow löst die Landschaft in frei gesetzte Aquarellflächen auf und verzichtet weitgehend auf eine streng perspektivische Ordnung. So entsteht der Eindruck eines Ortes, der mit seiner Vegetation beinahe zu einer Einheit verschmilzt. Das Bild vermittelt weniger geografische Genauigkeit als das Erlebnis von Licht, Höhe und mediterraner Wärme.

Hamburg No. 5
1964
Aquarell
35 cm x 45 cm
Boote, Masten und Hafenanlagen verdichten sich in diesem Aquarell zu einer atmosphärischen Ansicht des Hamburger Hafens. Statt die technischen Einzelheiten des Hafens genau wiederzugeben, konzentriert sich Ziethlow auf das Zusammenspiel von Wasser, Himmel und den vertikalen Linien der Schiffe und Kräne. Die lockere Malweise vermittelt Bewegung und lässt die Szenerie beinahe im wechselnden Licht aufgehen. Der Hafen erscheint dadurch gleichzeitig industriell und poetisch. Ziethlow entdeckt in der geschäftigen Arbeitswelt des Hafens einen eigenen Rhythmus aus Farbe, Wasser und Konstruktion.

Sitges No. 9006
1963
Aquarell
30 cm x 40 cm
Bunte Fischerboote liegen am Strand vor der charakteristischen Silhouette von Sitges mit Kirche, Häusern und südlicher Vegetation. Ziethlow verbindet das helle Blau von Himmel und Meer mit warmen Sandtönen und kräftigen Farbakzenten der Boote. Die einzelnen Elemente wirken locker gesetzt und vermitteln die Spontaneität eines unmittelbar erlebten Augenblicks. Zugleich strahlt das Bild eine große Ruhe und sommerliche Leichtigkeit aus. Sitges erscheint weniger als touristische Ansicht denn als mediterraner Lebensraum, in dem Meer, Arbeit und Alltag selbstverständlich miteinander verbunden sind.

Paris No. 9002
1960
Aquarell
39 cm x 49 cm
Die mächtigen Bögen einer Pariser Brücke rahmen den Blick auf die Seine und verleihen der Komposition eine klare architektonische Struktur. Darunter bewegen sich Boote über das Wasser, während einzelne Figuren am Ufer die Stadtszene beleben. Die dunklen Konturen des Bauwerks stehen in einem spannungsvollen Gegensatz zu den transparenten Blau- und Grüntönen des Flusses. Ziethlow verbindet so die Schwere der Architektur mit der Leichtigkeit und Bewegung des Wassers. Paris erscheint als Stadt, deren besonderer Rhythmus aus dem Wechselspiel von Stein, Fluss und menschlichem Leben entsteht.

Greetsiel Nordsee No. 0008
1949
Aquarell
40 x 47 cm
Fischerboote, Masten und Netze prägen die Ansicht des kleinen Hafens von Greetsiel, hinter dem sich die charakteristischen Häuser des Ortes erheben. Eine Figur im Vordergrund verstärkt den Eindruck einer unmittelbar beobachteten Alltagsszene. Ziethlow zeigt den Hafen nicht als spektakuläre Landschaft, sondern als Lebens- und Arbeitsraum an der Nordsee. Die gedämpftere Farbigkeit und die lockere Aquarelltechnik verleihen dem Motiv eine stille, beinahe nachdenkliche Atmosphäre. Das Bild bewahrt damit den Charakter eines Augenblicks, der gerade durch seine Alltäglichkeit besondere Authentizität gewinnt.

Venedig No. 0075
1958
Öl auf Leinwand
60 x 80 cm
Gondeln, historische Fassaden und elegant gekleidete Figuren verdichten sich zu einer lebhaften venezianischen Szenerie. Die kräftigen Rot-, Blau- und Grüntöne verleihen dem Gemälde eine beinahe festliche Atmosphäre und lassen Architektur und Menschen gleichermaßen zu Trägern der Komposition werden. Ziethlows expressive Malweise verzichtet auf eine detailgenaue Wiedergabe und konzentriert sich stattdessen auf Bewegung, Farbe und Rhythmus. Dadurch erhält die Szene etwas Bühnenhaftes: Die Figuren wirken fast wie Akteure innerhalb eines farbigen Stadtpanoramas. Venedig erscheint hier nicht als stille Kulisse, sondern als lebendiger Ort der Begegnung und Bewegung.

Venedig No. 0172
1955
Aquarell
40 x 50 cm
Ein traditionelles Segelboot mit seinen großen rotbraunen Segeln beherrscht den Vordergrund und gibt der venezianischen Hafenszene ihren unverwechselbaren Charakter. Die kräftige Farbe der Segel setzt einen warmen Akzent gegenüber den kühleren Blau- und Grüntönen von Wasser und Umgebung. Ziethlow nutzt das Boot zugleich als Motiv und als große geometrische Form, die die gesamte Komposition strukturiert. Die lockere Aquarelltechnik bewahrt dabei den Eindruck von Bewegung und wechselndem Licht. Das Bild verbindet maritime Alltagsbeobachtung mit einer starken, beinahe abstrakten Wirkung von Farbe und Fläche.

Paris No. 0250
1958
Öl auf Papier
40 x 30 cm
Eine belebte Pariser Straße führt zwischen hohen Fassaden auf einen markanten Kirchturm zu. Passanten, Geschäfte und Schriftzüge verdichten sich zu einer unmittelbaren Momentaufnahme des städtischen Lebens der 1950er-Jahre. Ziethlow interessiert sich dabei weniger für architektonische Genauigkeit als für das pulsierende Nebeneinander von Menschen, Gebäuden, Verkehr und Zeichen. Die expressive Malweise verstärkt das Gefühl von Bewegung und urbaner Dichte. So entsteht das Bild eines Paris, das nicht über seine berühmten Monumente definiert wird, sondern über den Rhythmus seines alltäglichen Straßenlebens.

Alfred Ziethlow
Biot No. 0293
1974
Aquarell
36 x 48 cm
Zwischen üppigem Grün und hoch aufragenden Zypressen erhebt sich Biot mit seinen hellen Häusern und warmen Dächern auf einem Hügel. Die Architektur fügt sich beinahe selbstverständlich in die mediterrane Vegetation ein. Ziethlow setzt intensive Grün-, Blau- und Rottöne nebeneinander und steigert damit die farbliche Wirkung der südfranzösischen Landschaft. Die freie Aquarelltechnik lässt Konturen stellenweise verschwimmen und vermittelt den Eindruck von flirrendem Licht und sommerlicher Wärme. Der Ort erscheint dadurch weniger als fest umrissene Architektur denn als Bestandteil einer von Farbe und Vegetation bestimmten Landschaft.

Alfred Ziethlow
Venedig No. 9008
1953
Aquarell
40 x 50 cm
Alfred Ziethlow fängt in diesem Aquarell die pulsierende Atmosphäre Venedigs ein: Eine geschwungene Steinbrücke spannt sich über einen schmalen Kanal, auf dem eine Gondel mit geschwungenem Bug den Vordergrund dominiert. Auf der Brücke drängen sich Passanten – in wenigen, treffsicheren Pinselstrichen zu farbigen Silhouetten verdichtet, in Orange, Gelb, Grün und Karminrot.
Die lockere, nasse Aquarelltechnik lässt Formen ineinanderfließen und verleiht der Szene Bewegung und Spontaneität, während architektonische Elemente – Laternen, Torbögen, schmiedeeiserne Geländer – der Komposition Halt geben. Kühles Blau und sattes Grün des Kanalwassers kontrastieren mit den warmen Erdtönen der Fassaden und schaffen so ein lebendiges Wechselspiel von Licht und Schatten, typisch für die venezianische Lichtstimmung.

Alfred Ziethlow
Arles No. 9011
1964
Aquarell
36 x 48 cm
Alfred Ziethlow fängt hier einen weiten Blick auf die berühmte Zugbrücke von Arles ein, die einst schon Vincent van Gogh in mehreren Gemälden verewigte, gerahmt von hohen Uferschilfen im Vordergrund und einer aufgewühlten, farbintensiven Himmelskomposition darüber. Sonne und Wolken sind in kraftvollem Gelb und Blau als fast abstrakte Formen gesetzt und lassen das intensive Licht der Provence spürbar werden. Die charakteristische Holzkonstruktion der Brücke markiert den Übergang von Natur zu menschlichem Eingriff in die Landschaft, während eine kleine Figur am Ufer die Stille des Flusses genießt.
Die Uferzonen sind in warmem Ocker und Grün gehalten und spiegeln sich zusammen mit Bäumen und vereinzelten Häusern im ruhigen Wasser der Rhône. Ziethlow verbindet hier lockeren, nassen Aquarellauftrag mit pastosen Akzenten in Schilf und Gräsern und erzeugt so ein reizvolles Wechselspiel zwischen zarter Transparenz und kräftiger Struktur – eine ganz eigene Annäherung an ein Motiv, das durch van Goghs Werk zu einem der bekanntesten der Kunstgeschichte wurde.

